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Jubel sieht anders aus. Political Correctness in der Führungsentwicklung.

Das Genderthema bekommt Schwung aus unerwarteter Richtung: Weibliche Stärken werden dringend gebraucht in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Die Frauen selbst fühlen sich oft eher aufgebraucht. Eine Ursache ist die politisch korrekte Führungsentwicklung, gut gemeint und am Ziel vorbei. "One size fits all“ entspricht nicht dem Stand der Hirnforschung, denn die Gehirne von Männern und Frauen unterscheiden sich nicht nur in Nuancen.


Crash Test Dummy Effekt nenne ich das Phänomen, bei dem Frauen qua Design zu kurz kommen. Wie in der Führungsentwicklung, deren Konzepte auf Männer und deren Gehirne zugeschnitten sind. *

Im Transit von der Industriegesellschaft zur Wissensökonomie werden Qualitäten wie Kooperationsfähigkeit, Kommunikationsexzellenz und Interaktionskompetenz zum Treibstoff, der für komplexe Prozesse, volatile Teams und antifragile Organisationen dringend benötigt wird.

Genau diese Qualitäten sind nicht nur traditionell, vielmehr neurobiologisch Stärken der Frauen, denn das weibliche Gehirn ist seit Jahrmillionen verdrahtet für Verständigung, Beziehungsmanagement, Appeasement. Und das offenbar überaus erfolgreich, denn bis zur Väterbewegung der Neuzeit obliegt es den Frauen mit dem Überleben des Nachwuchses auch die Weitergabe der Gene zu sichern und damit die Erhaltung unserer Spezies. Wenn wir heute über die Herausforderungen des 21,Jhd grübeln dürfen, dann, weil unsere Ahninnen einen guten Job gemacht haben.



Jubel sieht anders aus.


Die Fähigkeiten der Frauen sind nachgefragt und haben damit einen echten Marktwert. Doch Jubel sieht anders aus. In den Unternehmen sehe ich viele erschöpfte, ausgebrannte Frauen, oft am Rande ihrer Kapazitäten, nicht selten müde eines Spiels, dessen Regeln Männer entworfen haben. Die meisten Führungsfrauen scheuen sich, ihre lange als Softskills entwerteten Fähigkeiten einzubringen. Auch, weil sie nicht gelernt haben, sie zu nutzen, ohne über die Fallstricke zu stolpern (there´s no free lunch ;-).



Neue Arbeitsmodelle sind nicht genug für eine fitte Mannschaft.


Unternehmen, die weibliche Beschäftigte und ihr Know-how behalten wollen, drehen am Rad. Und zwar immer am selben. Veränderte Strukturen, flexible Arbeitszeiten, neue Arbeitsmodelle sind wichtig, reichen aber nicht aus, um die Frauen im Boot zu halten. Und zwar aufrecht an Bord: leistungsfähig und leistungsbereit.



Made for Change & Challenge


Seltene Einigkeit: Druck, Anforderungen, Tempo steigen für alle Bevölkerungsgruppen. Hier bringen Frauen beste Voraussetzungen mit: „Made for Change & Challenge“ mit hoher Flexibilität und Belastbarkeit. Um auch langfristig gesund, leistungsfähig (und glücklich!!) zu bleiben, trainieren Männer wie Frauen heute Stress und Unsicherheiten gesund zu handeln.

Es ist nicht die erste Anpassungsleistung: in der vorangegangenen Revolution hin zur Industriegesellschaft haben wir gelernt, die nun fehlende körperliche Betätigung mit sportlicher Ertüchtigung zu kompensieren, um frühem körperlichen Verfall und Malaisen vorzubeugen; so ist heute gedrängt, mentale Belastungen gesund zu meistern, wer psychische Folgeschäden vermeiden will. Zum Glück kann Resilienz aufgebaut werden analog körperlicher Fitness.



Es gibt kein Unisex Gehirn


Doch die Angebote der Unternehmen für Ihre Führungsverantwortlichen differenzieren nicht. Zum einen aus Gründen der Political Correctness, zum anderen, und das ist meiner Beobachtung nach der Regelfall, aus Unkenntnis. Dieses Vorgehen hat weitreichende Konsequenzen für die Unternehmenspraxis. Ein Beispiel: Das Stressverarbeitungssystem der Frauen unterscheidet sich grundlegend von dem der Männer. Wer jetzt augenzwinkernd meint das habe er ja immer schon geahnt, sei belehrt: Das weibliche Gehirn hält ein 4., zusätzliches Stress-Reaktionsmuster ergänzend zu „Fight-Flight-Freeze“ in petto. (Harvard, 2014). Cave! Nachvollziehbar, dass dieses Feature eine Rolle spielt in nahezu sämtlichen Führungsaufgaben.



Un-gleiche Führungsentwicklung für gleiche Chancen.


Wenn Männer und Frauen gleiche Chancen haben sollen im Berufsleben brauchen sie individuelle Konzepte zur Persönlichkeits- und Führungsentwicklung. Wer erfolgreich Konflikte lösen, tragfähige Entscheidungen treffen, stabile Teams aufbauen will, weiss, dass der gekonnte Umgang mit Druck und Unsicherheit eine Prerequisite für erfolgreiche Führung ist.



Vielfalt?! Bitteschön!


Diversity ist grosser Anspruch vieler Unternehmen. Und wichtig für eine gesunde Unternehmenskultur mit schlauen Antworten auf neue Herausforderungen. Nicht selten aber bügelt die Gleichmacherei von Frau und Mann wertvolle Unterschiede platt.

Ich wünsche Führungsfrauen das Selbstbewusstsein, ihre Talente zu Markte zu tragen, Führungsmännern Neugier in der Entwicklung Emotionaler Intelligenz, und ihren Organisationen Mut zu geschlechtsspezifischer Führungsentwicklung.



Corinna Cremer begleitet Unternehmen, deren Leitung und Teams beim Aufbau organisationaler und individueller Resilienz auf dem Weg zu einer Unternehmenskultur der Psychological Safety. „Jede Strategie, jedes Projekt ist nur so gut wie die Resilienz der Protagonisten“ diese Überzeugung aus Erfahrung beweist sich in den aktuellen Herausforderungen. !she resilient ist als Resilienztraining konzipiert für Frauen, die führen und Frauen, die unternehmen.


*Crash Test Dummies wurden bis dato für Männer konzipiert, weshalb Frauen ein vergleichsweise höheres Verletzungsrisiko tragen.



#Führungsentwicklung #sheresilient #Diversity


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